
Ihr Welpe hängt plötzlich in Ihrer Hand. Oder im Hosenbein. Oder er schnappt beim Spielen immer fester zu.
Und irgendwo zwischen „Ist das noch normal?“ und „So kann das nicht bleiben“
entsteht Unsicherheit.
Viele versuchen dann, das Beißen schnell abzustellen. Werden strenger.
Doch genau das führt oft nicht zum Ziel.
Denn:
Ihr Welpe beißt nicht, weil er etwas falsch macht.
Er beißt, weil er gerade etwas lernt.
Und genau hier liegt der entscheidende Punkt.
In diesem Artikel lesen Sie:
Welpen erkunden ihre Welt mit allen Sinnen, ganz ähnlich wie kleine Kinder.
Während Kinder Dinge anfassen oder in den Mund nehmen, nutzen Welpen vor allem ihr Maul. Sie benagen, probieren aus und lernen dabei nicht nur ihre Umwelt kennen, sondern auch uns.
Gerade im Spiel spielt das Maul eine zentrale Rolle.
Welpen setzen es ganz selbstverständlich ein, sowohl im Kontakt mit ihren Wurfgeschwistern als auch später im Zusammenleben mit uns Menschen.
Dieses Verhalten ist völlig normal und ein wichtiger Teil ihrer Entwicklung.
Im Spiel mit den Geschwistern beginnt der Welpe bereits zu lernen, seine Kraft zu dosieren.
Er probiert aus:
Wenn der Welpe zu uns kommt, führt er genau dieses Lernverhalten weiter – nur eben jetzt mit uns als Sozialpartner.
Und genau hier beginnt unsere Aufgabe.
Beißhemmung ist nicht angeboren. Was ein Welpe von Natur aus mitbringt, ist lediglich die Fähigkeit, sie zu lernen.
Er weiß nicht automatisch, wie fest er zubeißen darf – er muss es erfahren.
Diese Lernprozesse beginnen im Wurf:
Wird es im Spiel zu fest, reagiert das Gegenüber oder zieht sich zurück. So entsteht Schritt für Schritt ein Gefühl dafür, wie viel Krafteinsatz angemessen ist.
Wenn Ihr Welpe zu Ihnen kommt, übernehmen Sie genau diese Rolle.
Die Beißhemmung beim Welpen aufzubauen, ist ein wichtiger Teil des Welpentrainings. Werden Sie zu seinem Lernpartner.
Viele reagieren zu spät oder zu stark.
Das führt meist nicht zu Lernen, sondern zu mehr Aufregung.
Wichtig vorweg: Es geht nicht darum, Ihrem Welpen das Beißen komplett abzugewöhnen.
Und genau hier biegen viele Trainingsansätze falsch ab.
Denn wer versucht, das Beißen zu unterdrücken, nimmt dem Welpen die Möglichkeit zu lernen, wie er sein Maul kontrolliert einsetzt.
Das eigentliche Ziel ist ein bewusster, angepasster Umgang mit dem Maul.
Manchmal passiert es scheinbar aus dem Nichts. Ihr Welpe zwickt in Hände oder Kleidung.
In diesem Moment:
Wenn Ihr Welpe weitermacht
Das ist völlig normal.
Es soll kein Spiel entstehen, sondern eine klare, ruhige Konsequenz.
Viele Welpen werden im Spiel zu wild. Und genau dann verlieren sie die Kontrolle.
Achten Sie darauf:
Ein gutes Spiel bleibt ruhig und ansprechbar.
Hier lohnt sich ein genauer Blick.
Welpen zeigen oft vorher, wenn es ihnen zu viel wird.
Achten Sie auf:
Ihr Welpe sagt damit: „Das reicht mir gerade“. Diese Signale wahrzunehmen und zu respektieren, ist ein wichtiger Teil des Trainings.
Welpen und Kinder
Kinder bewegen sich anders, reagieren schneller und oft unvorhersehbar. Das kann Welpen überfordern.
Deshalb gilt:
Behalten Sie das Erregungslevel im Blick
Viele Welpen schnappen nicht „einfach so“.
Häufige Auslöser sind:
Ein Welpe, der überdreht ist, hat weniger Kontrolle über sich. Deshalb sind Ruhe, Struktur und klare Abläufe so wichtig.
Zu viel Action
Zu langes oder zu wildes Spielen führt schnell zu Überforderung.
Ein überdrehter Welpe verliert die Kontrolle.
Zu spät reagieren
Oft wird erst eingegriffen, wenn der Welpe schon voll im Verhalten ist.
Früh reagieren macht es deutlich einfacher.
Unklare Reaktionen
Mal wird gelacht, mal geschimpft, mal ignoriert.
Für den Welpen ist das nicht einzuordnen.
Schimpfen oder laut werden
Das erhöht die Aufregung und verstärkt das Verhalten.
Körpersprache übersehen
Wer die Signale seines Welpen nicht erkennt, reagiert zu spät.
Zu wenig Ruhe
Zu viele Reize und zu wenig Pausen führen häufig zu Schnappen.
Die Beißhemmung beim Welpen entsteht nicht durch Verbote. Und auch nicht durch Strenge.
Sie entsteht durch Erfahrung.
Durch klare, ruhige Reaktionen.
Durch echtes Feedback.
Und durch einen Alltag, der nicht überfordert.
Ihr Welpe muss nicht lernen, nicht zu beißen.
Er muss lernen, wie er sein Maul richtig einsetzt.
Und genau das können Sie ihm beibringen, Schritt für Schritt, im ganz normalen Alltag.
Wenn Sie sich unsicher sind, wie Sie im Alltag richtig reagieren sollen oder das Beißen Ihres Welpen zunehmend belastend wird, unterstütze ich Sie gerne dabei.
Im Einzeltraining schauen wir uns Ihre Situation ganz konkret an und entwickeln gemeinsam Lösungen, die für Sie und Ihren Hund im Alltag wirklich funktionieren.
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