
Der häufigste Fehler bei Hundebegegnungen und wie Sie es von Anfang an richtig machen.
Stellen Sie sich vor, Sie gehen entspannt spazieren. Ihr Welpe sieht einen anderen Hund und plötzlich wirft er sich mit vollem Gewicht in die Leine. Er fiept, er zieht, er will unbedingt hin. Und fast immer kommt von irgendwoher der Satz: „Die wollen doch nur spielen!“ oder „Der will nur Hallo sagen“. Besonders bei der Hundebegegnung an der Leine zeigt sich oft schon früh, wie schwer es Welpen fällt, ruhig zu bleiben und nicht sofort den Kontakt zu suchen. Genau das ist der Moment, in dem viele unbewusst die Weichen falsch stellen.
Was in diesem Moment harmlos wirkt, ist der Grundstein für ein späteres Problem. Denn während Sie heute noch einen niedlichen 5-Kilo-Welpen halten, kämpfen Sie in einem Jahr vielleicht mit einem 35-Kilo-Hund, der Sie bei Glatteis in den nächsten Graben zieht, nur weil am Horizont ein Artgenosse auftaucht. Hier beginnt eine Erwartungshaltung, die den Alltag später extrem anstrengend macht.
Ein Welpe lernt schnell. Wenn er immer wieder erlebt: Reiz wahrnehmen → hinstürmen → Belohnung durch Kontakt, dann wird daraus ein festes Verhaltensmuster. Er lernt nicht, ruhig zu bleiben, sondern er lernt, dass jeder Hund auf der Welt eine Party bedeutet. Diese Erwartung nehmen Sie mit in den Alltag, und sie wird mit jedem Mal tiefer verankert.
Solange der Hund klein ist, wird er oft freundlich empfangen. Doch mit der Zeit verändert sich alles: Er wird größer, kräftiger und schneller. Plötzlich findet ihn nicht mehr jeder „süß“, Passanten blocken ab und andere Hunde reagieren genervt auf seine distanzlose Art. Für Ihren Hund ist das dann kein Training, sondern ein massiver Bruch mit allem, was er bisher gelernt hat. Die Folge sind Frust, Bellen und eine enorme Anspannung an der Leine. Gerade bei der Hundebegegnung an der Leine mit einem Welpen entstehen so früh die ersten Muster.
Eine Begegnung an der Leine nimmt dem Hund genau das, was er für eine höfliche Kommunikation braucht: Abstand, Bewegung und Wahlmöglichkeiten. Er kann nicht ausweichen oder einen Bogen laufen. Stattdessen entsteht eine frontale, angespannte Situation, die unter Hunden eher als Provokation denn als Einladung verstanden wird.
Ein kurzer Blick in unseren Alltag:
Stellen Sie sich vor, Sie gehen durch die Fußgängerzone. Sie nehmen die Menschen um sich herum wahr, aber Sie fallen niemandem um den Hals, nur weil er die gleiche Jacke trägt wie Sie. Sie halten höfliche Distanz und gehen Ihres Weges. Genau diese soziale Kompetenz – das entspannte Ignorieren – ist das Ziel für Ihren Hund. Echte Sozialisierung bedeutet nicht Kontakt mit jedem, sondern die Fähigkeit, in Anwesenheit von Reizen gelassen zu bleiben.
Standhaft bleiben gegen Druck von außen
„Der will doch nur Hallo sagen!“ Solche Kommentare werden kommen. Sie verunsichern, aber hier ist Klarheit gefragt: Entweder Sie folgen Ihrem Trainingsplan oder den Erwartungen fremder Menschen. Beides gleichzeitig geht nicht.
Ein kurzes „Wir trainieren gerade“ oder „Heute passt es nicht“ reicht völlig aus. Sie müssen sich nicht rechtfertigen. Sie handeln in diesem Moment nicht gegen den anderen Hundehalter, sondern für die Zukunft und die Gelassenheit Ihres eigenen Hundes.
Fazit
Die Hundebegegnung an der Leine mit einem Welpen ist ein zentrales Thema im Alltag. Die meisten Probleme bei Hundebegegnungen entstehen nicht durch Aggression, sondern durch gut gemeinte Fehlentscheidungen in den ersten Wochen. Ein Welpe, der heute überall hin darf, versteht morgen nicht, warum er es plötzlich nicht mehr soll. Wenn Sie von Anfang an auf Distanz und Ruhe setzen, investieren Sie in einen Hund, der Sie später überallhin souverän begleiten kann.
Wenn Sie sich unsicher sind, wie Sie diese Begegnungen im Alltag Ihres Welpen/Junghundes konkret aufbauen können, schauen wir uns das gemeinsam an.
Im Einzeltraining arbeiten wir genau an den Situationen, die bei Ihnen im Alltag wirklich passieren, ruhig, strukturiert und Schritt für Schritt.
Hier finden Sie mehr Infos zum Hundetraining in Düsseldorf.
Ausbildung zum Hundetrainer, Sachkundelehrgang nach § 11 Abs. 1 Nr. 8f. Tierschutzgesetz mit amtsärztlicher Prüfung durch Dr. Gero Leiner (Ziemer & Falke - Schulungszentrum für Hundetrainer GmbH & Co. KG)
Sachkundelehrgang Hundehaltung in Einrichtungen, zum Handel und zur Züchtung von Hunden mit amtstierärztlicher Prüfung nach §11 Absatz 1, Nr. 3, 5, 8a TierSchutzgesetz, Kölner Hundeakademie (Susanne Ronneberg, Dr. Egbert Lechtenböhmer, Eva-Maria Senicar)
Ausbildung Mantrailing Trainer: Pfoten Academy Bad Füssing
Erste Hilfe am Hund, Arbeiter Samariter Bund, Oberhausen
DogsPeak Gipfeltreffen für Hundetrainer 2025, Hundeschulkonzepte Münster
Schulterblick Problemhundetraining: Problemhundetraining Sonee Dosoruth