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Zecke im Hundefell und Stechmücke als Überträger von Reisekrankheiten beim Hund

Zeckenschutz Hund: Zecken, Mücken & Reisekrankheiten

Zeckenschutz beim Hund betrifft heute nicht mehr nur Zecken. Auch Stechmücken und sogenannte Reisekrankheiten spielen eine Rolle, selbst in Teilen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz.

Welche Krankheiten können übertragen werden?

Wie hoch ist das Risiko wirklich?

Und wie schützen Sie Ihren Hund sinnvoll?

Dieser Artikel fasst den aktuellen Stand zusammen, sachlich, differenziert und ohne Alarmismus.

Zecken beim Hund: Welche Krankheiten können übertragen werden?

In Deutschland sind vor allem der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) und die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) relevant.

Borreliose beim Hund

Erreger: Borrelia burgdorferi

Übertragung meist erst nach 16–24 Stunden Saugzeit

Mögliche Borreliose-Symptome beim Hund:

  • Fieber
  • Lahmheit
  • Mattigkeit
  • geschwollene Lymphknoten

Nicht jeder infizierte Hund erkrankt. Laut ESCCAP Deutschland sind Borrelien jedoch in weiten Teilen Deutschlands verbreitet.

Anaplasmose

Erreger: Anaplasma phagocytophilum

Ebenfalls durch Zecken übertragen

Typische Symptome:

  • Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Gelenkschmerzen
  • Veränderungen im Blutbild

Auch hier werden steigende Nachweisraten beschrieben.

Babesiose – zunehmendes Risiko

Erreger: Babesia canis

Überträger: Auwaldzecke

Babesien greifen rote Blutkörperchen an. Symptome können sein:

  • hohes Fieber
  • blasse Schleimhäute
  • dunkler Urin
  • ausgeprägte Schwäche

Das Friedrich-Loeffler-Institut weist auf die zunehmende Verbreitung der Auwaldzecke in Deutschland hin.

Wie hoch ist das Risiko für Hunde in Deutschland?

Nicht jeder Zeckenstich führt automatisch zu einer Erkrankung. Dennoch beobachten Fachorganisationen:

  • längere Zeckensaisons
  • mildere Winter
  • neue Verbreitungsgebiete

Ein Hund, der regelmäßig im Wald unterwegs ist, trägt ein anderes Risiko als ein Hund mit kurzen Stadtspaziergängen. Auch Hundehalter im Raum Nordrhein-Westfalen und anderen Regionen mit nachgewiesenen Borrelien sollten das Thema ernst nehmen, ohne in Panik zu verfallen.

Reisekrankheiten beim Hund: Mücken als Überträger

Neben Zecken können auch Stechmücken Krankheiten übertragen. Das betrifft vor allem Reisen in südliche Länder, teilweise aber auch klimatisch begünstigte Regionen Mitteleuropas.

Herzwurm (Dirofilaria immitis)

Übertragung: Stechmücken (z. B. Culex- und Aedes-Arten)

Die Larven entwickeln sich in Herz und Lungengefäßen.

Herzwurm-Symptome beim Hund:

  • Husten
  • Atemnot
  • verminderte Belastbarkeit
  • Gewichtsverlust

Situation in Mitteleuropa

Deutschland:
Autochthone Fälle sind selten, geeignete Mückenarten jedoch vorhanden.

Österreich:
Insbesondere im Osten wurden einzelne autochthone Fälle dokumentiert.

Schweiz:
Das Risiko gilt derzeit als gering bis moderat.

ESCCAP Deutschland weist darauf hin, dass klimatische Veränderungen die Ausbreitung geeigneter Vektoren begünstigen können.

Leishmaniose beim Hund

Erreger: Leishmania infantum

Übertragung: Sandmücken

Leishmaniose bleibt derzeit überwiegend ein Thema des Mittelmeerraums. Die Erkrankung kann chronisch verlaufen und Monate nach der Infektion sichtbar werden.

Wie schütze ich meinen Hund vor Zecken und Mücken?

Beim Zeckenschutz für Hunde unterscheidet man zwei Wirkprinzipien:

  • Repellierend – der Parasit soll gar nicht erst stechen
  • Akarizid – der Parasit stirbt nach dem Stich

Mögliche Schutzformen

  • Spot-On-Präparate
  • Tabletten (Isoxazoline)
  • Halsbänder
  • Kombinationen bei Reisen

Nicht jedes Zeckenmittel schützt automatisch auch vor Mücken.

Natürliche Mittel wie Kokosöl können kurzfristig abschreckend wirken, ersetzen jedoch keinen verlässlichen Schutz in Risikogebieten.

Die Entscheidung sollte immer individuell getroffen werden – abhängig von Lebensumfeld, Reiseverhalten und Gesundheitszustand des Hundes.

FAQ: Häufige Fragen zum Zeckenschutz beim Hund

Wie schnell sollte eine Zecke beim Hund entfernt werden?

So schnell wie möglich. Bei Borreliose sinkt das Übertragungsrisiko deutlich, wenn die Zecke innerhalb der ersten 24 Stunden entfernt wird.

Gibt es Herzwurm in Österreich oder der Schweiz?

Einzelne autochthone Fälle wurden dokumentiert, insbesondere in klimatisch begünstigten Regionen. Das Risiko ist derzeit deutlich geringer als im Mittelmeerraum, sollte jedoch regional berücksichtigt werden.

Schützt jedes Zeckenmittel auch vor Mücken?

Nein. Einige Präparate wirken nur gegen Zecken. Für Reisen in südliche Länder sind repellierende Mittel sinnvoll, die zusätzlich vor Stechmücken schützen.

Sind Reisekrankheiten beim Hund heilbar?

Das hängt vom Erreger ab. Herzwurm kann behandelt werden, Leishmaniose ist in der Regel nicht heilbar, aber behandelbar. Eine frühe Diagnose verbessert die Prognose.

Fazit: Informiert entscheiden statt ideologisch diskutieren

Zeckenschutz beim Hund umfasst heute mehr als nur Zecken. Auch Mücken und Reisekrankheiten spielen eine Rolle – regional unterschiedlich, aber real.

Es geht nicht um „Chemie oder Natur“.
Es geht um eine sachliche Risikoabwägung.

Wer informiert entscheidet, schützt gezielt – und bleibt handlungsfähig.

Über die Autorin

Anne Poppe ist zertifizierte Hundetrainerin und arbeitet mit Hundehaltern in Düsseldorf. In ihrer Beratung begegnet ihr das Thema Zeckenschutz regelmäßig, insbesondere bei aktiven Hunden und Familien, die mit ihrem Hund reisen.

Ihr Ansatz: fundierte Information, individuelle Abwägung und alltagstaugliche Lösungen.

Ausbildungen:

Ausbildung zum Hundetrainer, Sachkundelehrgang nach § 11 Abs. 1 Nr. 8f. Tierschutzgesetz mit amtsärztlicher Prüfung durch Dr. Gero Leiner (Ziemer & Falke - Schulungszentrum für Hundetrainer GmbH & Co. KG)  

  • Lernverhalten & Training: Wie Hunde lernen, klassische und operante Konditionierung, Signale sinnvoll aufbauen, Verstärkung statt Strafe, Trainingsstruktur von Grundtraining bis Alltag, Signalkontrolle, Clickertraining, Shaping und Chaining
  • Verhalten & Kommunikation des Hundes: Körpersprache, Ausdrucksverhalten, Beschwichtigungssignale, Spielverhalten, Stressanzeichen, Aggression und Angst, Konfliktverhalten, Leinenreaktivität, Hund-Hund-Kommunikation und Mensch-Hund-Beziehung
  • Sozialverhalten, Entwicklung & Ethologie: Domestikation, Sozialstrukturen, genetische Einflüsse, rassespezifische Eigenschaften, Entwicklungsphasen von Welpe bis Senior, Bindung, Impulskontrolle, Frustrationstoleranz
  • Interventionstechniken & Verhaltenstraining: Orientierungstraining, Umkonditionierung, Gegenkonditionierung, Desensibilisierung, Grenzen setzen, Managementstrategien, Rückruftraining, Leinenführigkeit, Jagdkontrolltraining, Arbeiten mit Hilfsmitteln (z. B. Maulkorb)
  • Gesundheit & Wohlbefinden: Grundlagen der Anatomie und Physiologie, Schmerzen und deren Einfluss auf Verhalten, häufige Erkrankungen, Parasiten, Impfungen, Verdauungssystem, Ernährung und Futtermittelkunde
  • Erste Hilfe am Hund: Erkennen von Notfällen, Vitalparameter prüfen, Wundversorgung, Verbände, Umgang mit Schock, Magendrehung, Hitze-/Kälteproblemen, Vergiftungen und Transport eines verletzten Hundes
  • Professionelles Arbeiten mit Hundehaltern: Erstgespräch und Anamnese, Analyse von Problemverhalten, Trainingsplanung, Hausaufgaben erklären, verständliche Kommunikation
  • Recht: Tierschutzgesetz, Tierschutzhundeverordnung, Haftungsfragen, rechtssicherer Transport von Hunden

Sachkundelehrgang Hundehaltung in Einrichtungen, zum Handel und zur Züchtung von Hunden mit amtstierärztlicher Prüfung nach §11 Absatz 1, Nr. 3, 5, 8a TierSchutzgesetz, Kölner Hundeakademie (Susanne Ronneberg, Dr. Egbert Lechtenböhmer, Eva-Maria Senicar)

  • Verhalten und Haltung von Hunden: Domestikation, Ausdrucksverhalten, Körpersprache, Sozialisation, Bedürfnisse und Haltung, Rassekunde, Lernverhalten
  • Fütterung: Grundlagen der Ernährung, Futtermittel, Rationszusammenstellung, Besonderheiten in Zucht und Aufzucht, fütterungsbedingte Krankheiten
  • Gesundheit: Beurteilung des Gesundheitszustands, Physiologie, Erkrankungen, Impfungen, Parasiten / Prophylaxe, Erste Hilfe am Hund
  • Fortpflanzung: Grundlagen, Zyklus und Zykluskontrolle, Belegung, Trächtigkeit, Störungen der Trächtigkeit, Geburt: Überwachungsmöglichkeiten, Vorbereitung, Geburtshilfe, Versorgung von Hündin und Welpen, Geburtsstörungen, Krankheiten bei Hündin & Welpen, Entwicklungsphasen, Aufzucht, Kastration, Problematische Zuchtziele / Qualzuchten
  • Gewerbsmäßige Hundehaltung unter Berücksichtigung der TSchHV
  • Hygiene in der Hundehaltung
  • Rechtskunde: Tierschutzgesetz, Tierschutzhundeverordnung, Landeshundegesetz NRW
  • Transport: Rechtsgrundlagen zum Transport von Tieren, VO (EG) Nr. 1/2005, VO 429/2016 VO(EU) 576/2013, VO(EU) 577/2013, BmTierSSchV, HundVerbrEinfG, TRACES, Transporte von Heimtieren in der EU und in oder aus Drittländern, Transportpraxis

Ausbildung Mantrailing Trainer: Pfoten Academy Bad Füssing

Seminare:

  • Feinziele und Lerntheorie, Training, Alltag, Notfall, Orientierungstraining: Sina Wolany
  • Aufbautraining und Korrekturen, Basissignale, Leinenführigkeit:
  • Rückruf, Markertraining: Anke Wünschmann
  • Nonverbale Kommunikation, duales Feedback, Abbruchsignale, Tabubereiche: Andreas Thull
  • Deckentraining, Stimmungsübertragung, Schleppleine: Andreas Thull
  • Hundeverhalten, Interventionstechniken, Desensibilisierung, Gegenkonditionierung und Umkonditionierung: Malena Böing
  • Aggression, Maulkorbtraining, duales Führsystem: Wilfried Theißen
  • Impulskontrolle, Erregungskontrolle und Frustrationstoleranz, Jagdverhalten und Jagdkontrolle: Andreas Thull
  • Nasenarbeit, Leinenreaktivität: Wolfgang Pscheidt

Fortbildungen:

Erste Hilfe am Hund, Arbeiter Samariter Bund, Oberhausen

DogsPeak Gipfeltreffen für Hundetrainer 2025, Hundeschulkonzepte Münster

  • Lernen beim Hund: Dr. Pasquale Piturru
  • Charaktereinschätzung von Hunden: Frauke Loop
  • Mensch-Hund-Kommunikation: Katrin Scholz
  • Sozialpsychologie im Hundetraining: Raphaela Niewerth
  • Körperkontakt als Teil der Kommunikation: Maren Grote

Schulterblick Problemhundetraining: Problemhundetraining Sonee Dosoruth

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