
Ein Welpe zieht ein und plötzlich fühlt sich selbst der Alltag kompliziert an. Eben noch war alles voller Vorfreude. Und jetzt?
Der Welpe beißt, kommt nicht zur Ruhe, ist ständig wach oder plötzlich völlig überdreht.
Viele Hundehalter stellen sich in diesen ersten Tagen häufig dieselbe Frage:
Mache ich gerade alles falsch?
Zwischen gut gemeinten Ratschlägen, Checklisten und Social Media entsteht schnell das Gefühl, möglichst viel richtig machen zu müssen.
Doch genau hier beginnt das Problem.
Denn ein Welpe braucht am Anfang nicht möglichst viel Input, sondern einen ruhigen, klaren und gut strukturierten Einstieg in seine neue Welt.
In diesem Artikel erfahren Sie:
Wenn man es einmal aus der Perspektive des Welpen betrachtet, wird schnell klar, wie groß diese Umstellung ist.
Ihr Welpe wurde gerade aus seiner gesamten gewohnten Welt herausgelöst.
Die Mutter ist nicht mehr da.
Die Geschwister sind nicht mehr da.
Geräusche, Gerüche, Abläufe, alles ist plötzlich neu.
Im Grunde ist es vergleichbar mit einem Kleinkind, das in eine völlig unbekannte Umgebung kommt.
Es weiß nicht, was sicher ist.
Es weiß nicht, was wichtig ist.
Und es kann sich noch nicht selbst regulieren.
Genau deshalb braucht Ihr Welpe in dieser Phase vor allem eines:
Orientierung und das Gefühl, dass jemand da ist, der die Situation für ihn einordnet.
Welpen befinden sich zwischen der 3. und 16. (maximal 20. Lebenswoche) in der sogenannten sozial sensiblen Phase. In dieser Zeit verknüpft Ihr Welpe neue Erfahrungen sehr eng mit Emotionen, positiv wie negativ. Daher ist es wichtig, den Welpen in dieser Zeit behutsam an Neues heranzuführen und negative Erlebnisse möglichst zu vermeiden.
Nicht die Menge der Erlebnisse ist entscheidend , sondern wie Ihr Welpe sie erlebt und verarbeiten kann.
Viele Welpenbesitzer möchten alles richtig machen.
Und genau deshalb passiert oft das Gegenteil.
Statt eines ruhigen Starts entsteht ein Alltag voller Eindrücke:
Das ist kein guter Start. Das ist Überforderung.
Ein Welpe lernt nicht durch möglichst viele Reize, sondern durch die Möglichkeit, diese Reize zu verarbeiten.
Typische Anzeichen:
Das Problem ist nicht zu wenig Beschäftigung, sondern fehlende Struktur und fehlende Verarbeitung.
Oft wird unterschätzt, wie wichtig die Vorbereitung ist.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viel zu besorgen, sondern eine Umgebung zu schaffen, die Ruhe und Sicherheit vermittelt.
Ein gut sitzendes Brustgeschirr, eine einfache Leine, ein klar definierter Schlafplatz und wenige, ausgewählte Gegenstände reichen völlig aus.
Auch die Wohnung sollte vorbereitet sein:
So entsteht von Anfang an ein Rahmen, in dem sich Ihr Welpe orientieren kann.
Für Ihren Welpen ist dieser Moment kein „Einzug“, sondern eine Trennung.
Er verliert innerhalb weniger Stunden alles, was ihm bisher Sicherheit gegeben hat:
die Nähe zur Mutter, die vertrauten Geschwister, den bekannten Geruch seiner Umgebung.
Was für uns wie ein freudiger Start wirkt, ist für den Welpen zunächst vor allem eines:
eine Situation, die er verarbeiten muss.
Deshalb gilt:
Weniger ist mehr.
Stattdessen:
Ein Welpe sollte in den ersten Nächten nicht alleine schlafen.
Die Trennung von Mutter und Geschwistern ist bereits eine große Umstellung.
Viele Welpen fiepen oder sind unruhig.
Das ist kein „Problemverhalten“, sondern eine völlig normale Reaktion.
Ihr Welpe war bisher nie allein.
Körperkontakt, Nähe und Geräusche waren immer da.
Plötzlich ist es still.
Diese Umstellung muss er erst lernen. Und das Schritt für Schritt.
Möglichkeiten:
Nachts gilt:
In der ersten Woche geht es nicht um Training, sondern um Sicherheit, Orientierung und Vertrauen.
Ihr Welpe muss nicht sofort die ganze Welt kennenlernen, er muss erst einmal ankommen.
Das bedeutet konkret:
Viele erwarten, dass ein Welpe sich an den Alltag anpasst. In Wirklichkeit passiert das Gegenteil:
Der Alltag muss sich zuerst an den Welpen anpassen.
Erst wenn Ihr Welpe sich sicher fühlt, kann er beginnen, sich zu orientieren.
Gerade bei aktiveren Welpen zeigt sich schnell: Ruhe entsteht nicht von allein.
Ein überdrehter Welpe ist oft kein ausgelasteter Hund, sondern ein müder.
Das Problem ist also nicht nur die Überforderung selbst, sondern dass viele Welpen nie lernen, aktiv zur Ruhe zu kommen.
Deshalb ist es wichtig:
Ein Welpe muss lernen, runterzufahren.
Und das passiert nicht durch mehr Aktion, sondern durch klare, ruhige Begleitung.
Sozialisierung: nicht möglichst viel, sondern sinnvoll aufgebaut
Viele Welpen werden genau in diesem Bereich überfordert, oft gut gemeint.
Viele orientieren sich an Listen oder versuchen, möglichst viel „abzuhaken“.
Doch Sozialisierung ist kein Abhaken von Situationen.
Es ist ein gezielter, ruhiger Aufbau.
Entscheidend ist:
Genau deshalb arbeite ich im Training mit einer klaren Struktur, die wir gemeinsam durchgehen und individuell anpassen.
Sie zeigt Ihnen nicht nur, was sinnvoll ist, sondern vor allem, wann Ihr Welpe bereit dafür ist.
Neben der allgemeinen Orientierung gibt es einige Themen, die fast immer auftreten.
Stubenreinheit entsteht nicht durch Druck, sondern durch gutes Timing.
Ihr Welpe lernt Schritt für Schritt, wo und wann er sich lösen kann.
→ Mehr dazu hier: Stubenreinheit beim Welpen entspannt aufbauen
Beißverhalten ist normal. Ihr Welpe muss erst lernen, sein Maul angemessen einzusetzen.
Wichtig ist:
→ Mehr dazu hier: Beißhemmung beim Welpen richtig aufbauen
Viele Welpen möchten zu jedem Hund hin.
Wenn das zur Gewohnheit wird, entsteht später oft ein Problem im Alltag.
→ So bauen Sie Begegnungen sinnvoll auf: Welpe will jeden Hund begrüßen
Ein klarer Tagesablauf hilft Ihrem Welpen enorm.
→ Mehr dazu hier: https://dogsamrhein.de/welpenerziehung-fehler-vermeiden-duesseldorf/
In den ersten Wochen geht es nicht darum, möglichst viel zu üben.
Sondern darum, Ihrem Welpen zu zeigen:
Entscheidend ist nicht die Übung, sondern Ihr Verhalten im Alltag.
Ein guter Start mit Ihrem Welpen entsteht nicht durch Perfektion.
Sondern
Wenn Sie Ihrem Welpen diese Sicherheit geben, entsteht nach und nach genau das, was sich viele wünschen:
Ein Hund, der sich orientiert, zur Ruhe kommt und sich im Alltag sicher fühlt. Wenn Sie sich unsicher sind, wie dieser Aufbau konkret für Sie aussehen kann, begleite ich Sie und Ihren Welpen sehr gern im Einzeltraining in Düsseldorf.
Ruhig, strukturiert und Schritt für Schritt.
→ Hier finden Sie mehr Informationen zum Welpentraining in Düsseldorf
Ausbildung zum Hundetrainer, Sachkundelehrgang nach § 11 Abs. 1 Nr. 8f. Tierschutzgesetz mit amtsärztlicher Prüfung durch Dr. Gero Leiner (Ziemer & Falke - Schulungszentrum für Hundetrainer GmbH & Co. KG)
Sachkundelehrgang Hundehaltung in Einrichtungen, zum Handel und zur Züchtung von Hunden mit amtstierärztlicher Prüfung nach §11 Absatz 1, Nr. 3, 5, 8a TierSchutzgesetz, Kölner Hundeakademie (Susanne Ronneberg, Dr. Egbert Lechtenböhmer, Eva-Maria Senicar)
Ausbildung Mantrailing Trainer: Pfoten Academy Bad Füssing
Erste Hilfe am Hund, Arbeiter Samariter Bund, Oberhausen
DogsPeak Gipfeltreffen für Hundetrainer 2025, Hundeschulkonzepte Münster
Schulterblick Problemhundetraining: Problemhundetraining Sonee Dosoruth