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Welpe zieht ein – die wichtigsten ersten Schritte für einen entspannten Start

Welpe zieht ein: Die wichtigsten ersten Schritte für einen entspannten Start

Ein Welpe zieht ein und plötzlich fühlt sich selbst der Alltag kompliziert an. Eben noch war alles voller Vorfreude. Und jetzt?

Der Welpe beißt, kommt nicht zur Ruhe, ist ständig wach oder plötzlich völlig überdreht.

Viele Hundehalter stellen sich in diesen ersten Tagen häufig dieselbe Frage:

Mache ich gerade alles falsch?

Zwischen gut gemeinten Ratschlägen, Checklisten und Social Media entsteht schnell das Gefühl, möglichst viel richtig machen zu müssen.

Doch genau hier beginnt das Problem.

Denn ein Welpe braucht am Anfang nicht möglichst viel Input, sondern einen ruhigen, klaren und gut strukturierten Einstieg in seine neue Welt.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • was Ihr Welpe in den ersten Wochen wirklich braucht
  • warum weniger oft mehr ist
  • wie Sie Überforderung vermeiden
  • welche Themen jetzt wichtig sind
  • wie Sie Ihrem Welpen Sicherheit und Orientierung geben

Wenn man es einmal aus der Perspektive des Welpen betrachtet, wird schnell klar, wie groß diese Umstellung ist.

Die wichtigste Grundlage: Ihr Welpe lernt gerade, wie sich die Welt anfühlt

Ihr Welpe wurde gerade aus seiner gesamten gewohnten Welt herausgelöst.

Die Mutter ist nicht mehr da.

Die Geschwister sind nicht mehr da.

Geräusche, Gerüche, Abläufe, alles ist plötzlich neu.

Im Grunde ist es vergleichbar mit einem Kleinkind, das in eine völlig unbekannte Umgebung kommt.

Es weiß nicht, was sicher ist.

Es weiß nicht, was wichtig ist.

Und es kann sich noch nicht selbst regulieren.

Genau deshalb braucht Ihr Welpe in dieser Phase vor allem eines:

Orientierung und das Gefühl, dass jemand da ist, der die Situation für ihn einordnet.

Welpen befinden sich zwischen der 3. und 16. (maximal 20. Lebenswoche) in der sogenannten sozial sensiblen Phase. In dieser Zeit verknüpft Ihr Welpe neue Erfahrungen sehr eng mit Emotionen, positiv wie negativ. Daher ist es wichtig, den Welpen in dieser Zeit behutsam an Neues heranzuführen und negative Erlebnisse möglichst zu vermeiden.

Nicht die Menge der Erlebnisse ist entscheidend , sondern wie Ihr Welpe sie erlebt und verarbeiten kann.

Der häufigste Fehler: Zu viel, zu schnell, zu gut gemeint

Viele Welpenbesitzer möchten alles richtig machen.

Und genau deshalb passiert oft das Gegenteil.

Statt eines ruhigen Starts entsteht ein Alltag voller Eindrücke:

  • neue Orte
  • neue Menschen
  • neue Hunde
  • und das oft alles gleichzeitig

Das ist kein guter Start. Das ist Überforderung.

Ein Welpe lernt nicht durch möglichst viele Reize, sondern durch die Möglichkeit, diese Reize zu verarbeiten.

Typische Anzeichen:

  • Ihr Welpe kommt schwer zur Ruhe
  • wirkt ständig „unter Strom“
  • ist schnell unkonzentriert oder reizbar

Das Problem ist nicht zu wenig Beschäftigung, sondern fehlende Struktur und fehlende Verarbeitung.

Ein guter Start beginnt schon vor dem Einzug

Oft wird unterschätzt, wie wichtig die Vorbereitung ist.

Dabei geht es nicht darum, möglichst viel zu besorgen, sondern eine Umgebung zu schaffen, die Ruhe und Sicherheit vermittelt.

Ein gut sitzendes Brustgeschirr, eine einfache Leine, ein klar definierter Schlafplatz und wenige, ausgewählte Gegenstände reichen völlig aus.

Auch die Wohnung sollte vorbereitet sein:

  • Kabel sichern
  • kleine Gegenstände wegräumen (Medikamente, giftige Pflanzen, Süßigkeiten)
  • Gefahrenquellen reduzieren, ggf. Gitter aufstellen

So entsteht von Anfang an ein Rahmen, in dem sich Ihr Welpe orientieren kann.

Die ersten Stunden: Ruhe statt Begrüßungsparty

Für Ihren Welpen ist dieser Moment kein „Einzug“, sondern eine Trennung.

Er verliert innerhalb weniger Stunden alles, was ihm bisher Sicherheit gegeben hat:
die Nähe zur Mutter, die vertrauten Geschwister, den bekannten Geruch seiner Umgebung.

Was für uns wie ein freudiger Start wirkt, ist für den Welpen zunächst vor allem eines:
eine Situation, die er verarbeiten muss.

Deshalb gilt:

Weniger ist mehr.

  • kein Begrüßungstrubel
  • keine große Aufregung
  • kein ständiges Herumtragen oder Bespielen

Stattdessen:

  • Bevor es ins Haus oder in die Wohnung geht, direkt zum Löseplatz bringen und dort geduldig warten bis das Geschäft erledigt ist, freuen nicht vergessen
  • Dann erst ruhig ins Haus
  • In einen klar begrenzten Bereich, der Welpe braucht keine Wohnungsbesichtigung  
  • Viele Welpen schlafen nach kurzer Zeit ein und genau das ist ein gutes Zeichen.

Die erste Nacht: Nähe statt Alleinsein

Ein Welpe sollte in den ersten Nächten nicht alleine schlafen.

Die Trennung von Mutter und Geschwistern ist bereits eine große Umstellung.

Viele Welpen fiepen oder sind unruhig.

Das ist kein „Problemverhalten“, sondern eine völlig normale Reaktion.

Ihr Welpe war bisher nie allein.

Körperkontakt, Nähe und Geräusche waren immer da.

Plötzlich ist es still.

Diese Umstellung muss er erst lernen. Und das Schritt für Schritt.

Möglichkeiten:

  • Schlafplatz im Wohnzimmer + Bezugsperson schläft dort
  • oder im Schlafzimmer in einem Körbchen neben dem Bett  

Nachts gilt:

  • ruhig rausgehen wenn er sich meldet und lösen lassen
  • kein Spielen beim Reingehen   
  • wenig Interaktion
  • So entsteht schnell Sicherheit und Vorhersehbarkeit.

Welpe zieht ein: Was Ihr Welpe jetzt wirklich braucht

In der ersten Woche geht es nicht um Training, sondern um Sicherheit, Orientierung und Vertrauen.

Ihr Welpe muss nicht sofort die ganze Welt kennenlernen, er muss erst einmal ankommen.

Das bedeutet konkret:

  • viel Ruhe (bis zu 20 Stunden täglich sind normal)
  • keine Dauerbespaßung
  • möglichst wenig Besuch (ja, Oma, Opa, die komplette Verwandtschaft und alle Nachbarskinder sind schon ganz heiß darauf, den Kleinen kennen zu lernen. Das sollen sie natürlich auch, aber nicht alle in den ersten Wochen)  
  • klare, ruhige Abläufe

Viele erwarten, dass ein Welpe sich an den Alltag anpasst. In Wirklichkeit passiert das Gegenteil:

Der Alltag muss sich zuerst an den Welpen anpassen.

Erst wenn Ihr Welpe sich sicher fühlt, kann er beginnen, sich zu orientieren.

Ruhe ist kein Zufall, sie wird aktiv begleitet

Gerade bei aktiveren Welpen zeigt sich schnell: Ruhe entsteht nicht von allein.

Ein überdrehter Welpe ist oft kein ausgelasteter Hund, sondern ein müder.

Das Problem ist also nicht nur die Überforderung selbst, sondern dass viele Welpen nie lernen, aktiv zur Ruhe zu kommen.

Deshalb ist es wichtig:

  • Müdigkeit früh zu erkennen
  • Situationen rechtzeitig zu beenden
  • bewusst Pausen einzubauen

Ein Welpe muss lernen, runterzufahren.

Und das passiert nicht durch mehr Aktion, sondern durch klare, ruhige Begleitung.

Sozialisierung: nicht möglichst viel, sondern sinnvoll aufgebaut

Viele Welpen werden genau in diesem Bereich überfordert, oft gut gemeint.

Viele orientieren sich an Listen oder versuchen, möglichst viel „abzuhaken“.

Doch Sozialisierung ist kein Abhaken von Situationen.

Es ist ein gezielter, ruhiger Aufbau.

Entscheidend ist:

  • welche Erfahrungen Ihr Welpe macht
  • wann er sie macht
  • und wie er dabei begleitet wird

Genau deshalb arbeite ich im Training mit einer klaren Struktur, die wir gemeinsam durchgehen und individuell anpassen.

Sie zeigt Ihnen nicht nur, was sinnvoll ist, sondern vor allem, wann Ihr Welpe bereit dafür ist.

Die wichtigsten Alltagsthemen im Überblick

Neben der allgemeinen Orientierung gibt es einige Themen, die fast immer auftreten.

Stubenreinheit

Stubenreinheit entsteht nicht durch Druck, sondern durch gutes Timing.

Ihr Welpe lernt Schritt für Schritt, wo und wann er sich lösen kann.

→ Mehr dazu hier: Stubenreinheit beim Welpen entspannt aufbauen

Beißverhalten

Beißverhalten ist normal. Ihr Welpe muss erst lernen, sein Maul angemessen einzusetzen.

Wichtig ist:

  • ruhig bleiben
  • nicht überreagieren
  • Alternativen anbieten

→ Mehr dazu hier: Beißhemmung beim Welpen richtig aufbauen

Hundebegegnungen

Viele Welpen möchten zu jedem Hund hin.

Wenn das zur Gewohnheit wird, entsteht später oft ein Problem im Alltag.

→ So bauen Sie Begegnungen sinnvoll auf: Welpe will jeden Hund begrüßen

Alltag & Struktur

Ein klarer Tagesablauf hilft Ihrem Welpen enorm.

→ Mehr dazu hier: https://dogsamrhein.de/welpenerziehung-fehler-vermeiden-duesseldorf/

Weniger Training, mehr Orientierung

In den ersten Wochen geht es nicht darum, möglichst viel zu üben.

Sondern darum, Ihrem Welpen zu zeigen:

  • Du kannst dich an mir orientieren
  • Ich gebe dir Sicherheit
  • Ich begleite dich durch neue Situationen

Entscheidend ist nicht die Übung, sondern Ihr Verhalten im Alltag.

Fazit: Ein guter Start entsteht durch Ruhe, Klarheit und Struktur

Ein guter Start mit Ihrem Welpen entsteht nicht durch Perfektion.

Sondern

  • durch Klarheit.
  • durch Ruhe
  • und durch die Fähigkeit, auch einmal bewusst weniger zu tun.

Wenn Sie Ihrem Welpen diese Sicherheit geben, entsteht nach und nach genau das, was sich viele wünschen:

Ein Hund, der sich orientiert, zur Ruhe kommt und sich im Alltag sicher fühlt. Wenn Sie sich unsicher sind, wie dieser Aufbau konkret für Sie aussehen kann, begleite ich Sie und Ihren Welpen sehr gern im Einzeltraining in Düsseldorf.

Ruhig, strukturiert und Schritt für Schritt.

→ Hier finden Sie mehr Informationen zum Welpentraining in Düsseldorf

Ausbildungen:

Ausbildung zum Hundetrainer, Sachkundelehrgang nach § 11 Abs. 1 Nr. 8f. Tierschutzgesetz mit amtsärztlicher Prüfung durch Dr. Gero Leiner (Ziemer & Falke - Schulungszentrum für Hundetrainer GmbH & Co. KG)  

  • Lernverhalten & Training: Wie Hunde lernen, klassische und operante Konditionierung, Signale sinnvoll aufbauen, Verstärkung statt Strafe, Trainingsstruktur von Grundtraining bis Alltag, Signalkontrolle, Clickertraining, Shaping und Chaining
  • Verhalten & Kommunikation des Hundes: Körpersprache, Ausdrucksverhalten, Beschwichtigungssignale, Spielverhalten, Stressanzeichen, Aggression und Angst, Konfliktverhalten, Leinenreaktivität, Hund-Hund-Kommunikation und Mensch-Hund-Beziehung
  • Sozialverhalten, Entwicklung & Ethologie: Domestikation, Sozialstrukturen, genetische Einflüsse, rassespezifische Eigenschaften, Entwicklungsphasen von Welpe bis Senior, Bindung, Impulskontrolle, Frustrationstoleranz
  • Interventionstechniken & Verhaltenstraining: Orientierungstraining, Umkonditionierung, Gegenkonditionierung, Desensibilisierung, Grenzen setzen, Managementstrategien, Rückruftraining, Leinenführigkeit, Jagdkontrolltraining, Arbeiten mit Hilfsmitteln (z. B. Maulkorb)
  • Gesundheit & Wohlbefinden: Grundlagen der Anatomie und Physiologie, Schmerzen und deren Einfluss auf Verhalten, häufige Erkrankungen, Parasiten, Impfungen, Verdauungssystem, Ernährung und Futtermittelkunde
  • Erste Hilfe am Hund: Erkennen von Notfällen, Vitalparameter prüfen, Wundversorgung, Verbände, Umgang mit Schock, Magendrehung, Hitze-/Kälteproblemen, Vergiftungen und Transport eines verletzten Hundes
  • Professionelles Arbeiten mit Hundehaltern: Erstgespräch und Anamnese, Analyse von Problemverhalten, Trainingsplanung, Hausaufgaben erklären, verständliche Kommunikation
  • Recht: Tierschutzgesetz, Tierschutzhundeverordnung, Haftungsfragen, rechtssicherer Transport von Hunden

Sachkundelehrgang Hundehaltung in Einrichtungen, zum Handel und zur Züchtung von Hunden mit amtstierärztlicher Prüfung nach §11 Absatz 1, Nr. 3, 5, 8a TierSchutzgesetz, Kölner Hundeakademie (Susanne Ronneberg, Dr. Egbert Lechtenböhmer, Eva-Maria Senicar)

  • Verhalten und Haltung von Hunden: Domestikation, Ausdrucksverhalten, Körpersprache, Sozialisation, Bedürfnisse und Haltung, Rassekunde, Lernverhalten
  • Fütterung: Grundlagen der Ernährung, Futtermittel, Rationszusammenstellung, Besonderheiten in Zucht und Aufzucht, fütterungsbedingte Krankheiten
  • Gesundheit: Beurteilung des Gesundheitszustands, Physiologie, Erkrankungen, Impfungen, Parasiten / Prophylaxe, Erste Hilfe am Hund
  • Fortpflanzung: Grundlagen, Zyklus und Zykluskontrolle, Belegung, Trächtigkeit, Störungen der Trächtigkeit, Geburt: Überwachungsmöglichkeiten, Vorbereitung, Geburtshilfe, Versorgung von Hündin und Welpen, Geburtsstörungen, Krankheiten bei Hündin & Welpen, Entwicklungsphasen, Aufzucht, Kastration, Problematische Zuchtziele / Qualzuchten
  • Gewerbsmäßige Hundehaltung unter Berücksichtigung der TSchHV
  • Hygiene in der Hundehaltung
  • Rechtskunde: Tierschutzgesetz, Tierschutzhundeverordnung, Landeshundegesetz NRW
  • Transport: Rechtsgrundlagen zum Transport von Tieren, VO (EG) Nr. 1/2005, VO 429/2016 VO(EU) 576/2013, VO(EU) 577/2013, BmTierSSchV, HundVerbrEinfG, TRACES, Transporte von Heimtieren in der EU und in oder aus Drittländern, Transportpraxis

Ausbildung Mantrailing Trainer: Pfoten Academy Bad Füssing

Seminare:

  • Feinziele und Lerntheorie, Training, Alltag, Notfall, Orientierungstraining: Sina Wolany
  • Aufbautraining und Korrekturen, Basissignale, Leinenführigkeit:
  • Rückruf, Markertraining: Anke Wünschmann
  • Nonverbale Kommunikation, duales Feedback, Abbruchsignale, Tabubereiche: Andreas Thull
  • Deckentraining, Stimmungsübertragung, Schleppleine: Andreas Thull
  • Hundeverhalten, Interventionstechniken, Desensibilisierung, Gegenkonditionierung und Umkonditionierung: Malena Böing
  • Aggression, Maulkorbtraining, duales Führsystem: Wilfried Theißen
  • Impulskontrolle, Erregungskontrolle und Frustrationstoleranz, Jagdverhalten und Jagdkontrolle: Andreas Thull
  • Nasenarbeit, Leinenreaktivität: Wolfgang Pscheidt

Fortbildungen:

Erste Hilfe am Hund, Arbeiter Samariter Bund, Oberhausen

DogsPeak Gipfeltreffen für Hundetrainer 2025, Hundeschulkonzepte Münster

  • Lernen beim Hund: Dr. Pasquale Piturru
  • Charaktereinschätzung von Hunden: Frauke Loop
  • Mensch-Hund-Kommunikation: Katrin Scholz
  • Sozialpsychologie im Hundetraining: Raphaela Niewerth
  • Körperkontakt als Teil der Kommunikation: Maren Grote

Schulterblick Problemhundetraining: Problemhundetraining Sonee Dosoruth

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